Der Beruf „Hundetrainerin“ – Methoden, Techniken uvm.

Ich werde vor allem in der letzten Zeit
häufig gefragt,
wie oder nach welcher Methode ich arbeite und welche Technik ich anwende.
Es werden oft Vergleiche aufgestellt: Arbeitest du wie dieser Trainer oder wie dieser oder wie dieser.

Dazu kann ich nur sagen: Es gibt nicht DIE Methode oder DIE Technik. Und es bringt keinem Hundetrainer oder Hundetrainerin etwas –  jemanden zu kopieren. Jede/r Hundetrainer/in sollte einzigartig sein.

Natürlich hat man vielleicht einige Favoriten. Die habe ich auch. 😉
Trainer dessen Arbeit man sehr schätzt, mit deren Arbeitsvorgängen man sich identifizieren kann und gewisse Dinge in die eigene Arbeit einfließen lassen kann. Dennoch sollte man immer versuchen sein eigenes draus machen.

Ich bin ein Mensch, der sehr intuitiv ist. Ich mache mir „nicht mehr“ Tage vorher Gedanken darüber, was auf mich zukommt. Zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich dies jedoch immer getan. Tausende Gedanken schossen mir Tage vorher schon durch den Kopf. Der Hund macht dies, der Hund macht jenes…Du könntest dann dies tun oder jenes…Was machst du, wenn der Hund oder der Mensch dann dies oder jenes tut…usw.
Bis ich irgendwann gemerkt habe: Es läuft nie so, wie ich es mir ausgemalt habe! Tausend Bilder im Kopf und alle für die Katz!

Mittlerweile schaue ich mir das Mensch-Hund-Team an, bin offen für alles und agiere viel mehr aus dem Bauch heraus. Wenn ich von den Hundehaltern Informationen zur momentanen Situation mit ihrem Hund kriege, dann muss ich immer bedenken, dass es die Sicht des Halters ist. Eine Sicht in der viele Emotionen mit einfließen (die dafür sorgen, dass wir gewisse Dinge nicht wahrnehmen können!) und ich, als Trainerin, sehe dann vielleicht die Dinge, die dem Halter nicht aufgefallen sind. Das liegt einfach daran, dass ich einen neutralen Blick auf das Team/auf die Beziehung der beiden Individuen habe. Ich stecke in diesen Momenten nicht bis zum Hals in Emotionen fest.

Es gibt allerdings einige Trainer, die auf ihre „Methode“ schwören und von ihrem Weg nicht abzubringen sind.

Meine persönliche Meinung dazu: Wer nur auf diesen einen Weg schwört, schränkt sich in seiner Kompetenz selbst ein. Nicht jedes Problem lässt sich z.B. nur über den Clicker, nur über Körpersprache, nur über positive Verstärkung, nur über Strafe etc. lösen.

Man ist intolerant, wenn man sagt, dass mein einen Hund z.B. nur über einen Leinenruck oder mit einem Stachelhalsband leinenführig bekommt. Genauso intolerant ist man aber auch, wenn man sagt, dass es nur über Körpersprache oder positive Verstärkung funktioniert.

Als Trainer/in muss man einen Blick auf beide Individuen haben. Mit was für einen Hund habe ich es zu tun und vor allem mit was für einen Menschen?! Es geht ja schließlich nicht nur um den Hund. Der Mensch am anderen Ende der Leine ist für ein harmonisches Miteinander viel wichtiger. Es bringt mir nichts, wenn ein Kunde total fasziniert davon ist, wie ich körpersprachlich mit dem Hund arbeite, aber es selbst nicht umgesetzt kriegt. Aus welchen Gründen auch immer. Dann muss ich als Trainerin flexibel sein und den richtigen Weg für dieses Mensch-Hund-Team finden. Den Weg, der sich für beide gut anfühlt und den Weg, der für beide vor allem umsetzbar ist.

Eines der wichtigsten Punkte im Zusammenleben und in der Arbeit mit dem Hund ist authentisch zu sein.
Wie authentisch kann der Mensch noch sein, wenn ich versuche ihn in EINE Schiene reinzudrücken?
Eine Schiene in der man sich nicht wohl fühlt, in der man nicht sich selbst sein kann, in der man sich zu etwas macht, was man nicht ist.
Wie soll man dann Harmonie in das Zusammenleben mit dem Hund bekommen?
Das kann einfach nicht funktionieren.

Fazit: Man darf in diesem Beruf keine Scheuklappen tragen. Man sollte immer offen für alles sein. Denn nur so kann man DEN Weg für das jeweilige Mensch-Hund-Team finden.

© Kathrin Pschiklenk

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